Fiktion · 18+Femdom · Macht1 Min. Lesezeit

Die Dame aus dem neunten Stock

Er klebte einen Zettel an ihre Tür, weil ihre Absätze zu laut waren. Sie antwortete mit einer Einladung – und einer Liste.

A long hotel hallway with a red carpet
Photo: Sébastien Lavalaye · Unsplash

Jeden Abend um zehn dieselben Schritte über seiner Decke. Hart, gleichmäßig, wie ein Metronom. Lukas wohnte im achten Stock eines Plattenbaus in Friedrichshain, und nach drei Wochen klebte er einen höflichen Zettel an die Tür über ihm.

Am nächsten Morgen hing ein Umschlag an seiner eigenen Tür. Schweres Papier, Tinte.

Kommen Sie heute um zehn hoch. Dann hören Sie die Schritte aus der Nähe. – M.

Wohnung 9B

Marlene war Mitte vierzig, trug ein dunkles Kleid und genau die Schuhe, über die er sich beschwert hatte. Ihre Wohnung war fast leer: ein Teppich, eine Lampe, ein Stuhl, ein Schreibtisch mit Blick über die ganze Stadt.

„Sie mögen Ordnung“, sagte sie, nachdem sie ihn eine Weile schweigend angesehen hatte. „Und Sie mögen es, wenn jemand anderes sie macht. Ich höre so etwas an der Art, wie jemand einen Zettel schreibt.“

Er lachte nervös. Sie lachte nicht.

Die Liste

Sie legte ihm ein Blatt hin. Kein Vertrag, sagte sie, eher eine Speisekarte. Links Dinge, die er sich wünschen durfte. Rechts Dinge, die für ihn tabu waren. Ganz unten ein Wort: Rot.

„Das sagen Sie, und alles hört auf. Ohne Diskussion, ohne Kränkung. Das ist die einzige Regel, die für mich gilt.“

Er brauchte zwanzig Minuten für die Liste. Sie ließ ihn dabei knien, nicht weil es nötig war, sondern weil sie sehen wollte, ob er es tat. Er tat es.

Den Rest des Abends bestimmte sie, wohin er sah, wann er atmete, wann er sprechen durfte. Sie berührte ihn kaum – und genau das war das Schlimmste und Beste daran. Was in 9B passiert, bleibt in 9B.

Die Schritte

Kurz nach Mitternacht schickte sie ihn nach unten. „Morgen um zehn höre ich Sie nicht. Sie hören mich.“

Seitdem liegt Lukas jeden Abend um zehn wach und wartet auf das Klacken der Absätze. Manchmal gehen die Schritte zur Tür. Dann weiß er, dass gleich sein Telefon vibriert.

Diese Geschichte ist frei erfunden. Alle Figuren sind erfundene Erwachsene (18+), Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.

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